Girls, girls, girls

Liebe mich! Erich Maria Remarque und die Frauen

Berlin – Ascona – Paris – Hollywood. Der große Antikriegsautor des 20. Jahrhunderts war ebenso ein Meister melancholischer Liebesgeschichten einer „verlorenen Generation“ .
Auch im Leben von Erich Maria Remarque spielten Frauen die Hauptrolle. Jutta Zambona, Marlene Dietrich, Greta Garbo, Nathalie Paley, Paulette Goddard … die Geliebte einer Nacht, einer Stunde. In der Zeit des Krieges, in der Zeit des Exils. Glücklich wurde er mit ihnen nicht. Und so blieb die Unerfüllbarkeit der Liebe, die Zerbrechlichkeit menschlichen Glücks die Grundmelodie seiner Literatur und seines Lebens.

 

In den Pranken des Puma – Marlene Dietrich

„Wir passen geradezu unheimlich gut zusammen“, wird der Auserwählte ihr Ende des Jahres schreiben. „Wir sind gleich anarchistisch, gleich schlau, gleich verständig und völlig unverständig, gleich sachlich und romantisch (von der restlosen Hingabe an allen Kitsch garnicht zu reden), wir haben die gleiche Liebe zu herrlich dramatischen Auftritten und ebenso hemmungslosem Gelächter, wir durchschauen uns jederzeit voll Entzücken und fallen ebenso prompt auf den andern wieder herein.“

Die beiden ähnelten sich tatsächlich in vielem. Nach langen ehrgeizigen Arbeitsjahren waren sie mit einem sensationellen Erfolg ins Rampenlicht getreten. Beide hassten und verachteten die Nationalsozialisten, beide liebten die Literatur und glaubten an die Sterne. Bis zum Morgengrauen hätten sie geredet, erzählte die Frau, die gerne Männerkleidung trug und Frauen begehrte, ihrer Tochter.

Gravierender als die Gemeinsamkeiten sollten sich jedoch die Unterschiede zwischen der Tochter eines preußischen Polizeioffiziers und dem sensiblen Besucher der „Traumbude“ auswirken. Begleiteten Rückzug und Selbstzweifel das Leben Remarques, war das der Dietrich von soldatischer Disziplin, Kampf und bedingungsloser Hingabe an das eigene Bild geprägt. Außerdem lebte sie mit ihrer, wenn auch unkonventionellen Familie zusammen. Remarque dagegen war trotz der zahlreichen Frauen in seinem Leben Einzelgänger geblieben, hin und her geschleudert zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Jetzt glaubte er sich in der Rolle des großen Liebenden, während er doch nur einer der Mitspieler einer Screwball-Komödie war, die alle weiße Flanellhosen trugen und deren Eheringe in der Nähschatulle landeten. „The last romantic“, wie ihn die Dietrich später nannte, verstand das allerdings nicht und verpasste so den richtigen Abgang vom Set.